Fachtagung: Beziehung wirkt.
Tagungsprogramm
Tagungsprogramm – Fachtagung ?Beziehung wirkt“ 2026
Freitag, 11. September
| 18:00 | Ankommen |
| 18:30– 20:30 | Einstimmung auf das Thema – Eine psychodramatische Gro?gruppenarbeit Lebensgeschichtliche Rollenmuster beeinflussen Arbeitsbeziehungen in der Therapie. Herzliche Einladung zum Fühlen, Spielen und Entdecken mit der Psychodramatikerin Rosie von Knebel |
Samstag, 12. September
| 09:30 | Willkommenskaffee |
| 09:45 | Er?ffnung und Begrü?ung Prof. Dr. Hilke Hansen, Maren Nickel und Dr. Katrin Thelen |
| 10:00 | Podium: (Pers?nliche) Wege zum beziehungsorientierten Arbeiten Moderation: Ina Eckardt und Verena Nerz Stella Seewald Christiane Toepffer-Huttel Franziska Zimmermann N.N. |
| 10:45 | Austausch zur Podiumsdiskussion Kleingruppen |
| 11:15 | Impulsvortr?ge
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| 12:15 | Mittagspause |
| 13:15 | Workshops
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| 15:45 | Kaffeepause |
| 16:15 | Austausch und Abschluss Prof. Dr. Hilke Hansen, Maren Nickel und Dr. Katrin Thelen |
| 16:45 | Verabschiedung und Ausblick |
Impulsvortr?ge
Beziehungsorientierte professionelle Haltung gilt als Kernkompetenz therapeutischer Gesundheitsberufe – sie entsteht jedoch nicht allein durch Wissensvermittlung, sondern durch strukturierte Selbstreflexion und identit?tsbezogene Entwicklungsprozesse. Auf Grundlage einer Evaluationsstudie zur Implementierung eines personenorientierten Coachingformats in der praktischen Ausbildung der Ergotherapie werden Wirkfaktoren, Spannungsfelder und strukturelle Bedingungen professioneller Haltungsgestaltung aufgezeigt. Der Impulsvortrag diskutiert daraus abgeleitete Anforderungen an Lehrende, Lernende und Ausbildungssysteme im Kontext erwachsenenp?dagogischer Professionalisierung.
Beziehungsorientierung in der Physiotherapie ist von zentraler Bedeutung für Patient*innenzufriedenheit und gesundheitsbezogene Outcomes. Die historische Verankerung der Physiotherapie im biomedizinischen Paradigma wirkt jedoch bis heute nach – sichtbar sowohl in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung als auch in der vorherrschenden, überwiegend quantitativ gepr?gten Forschungslogik. Die implizite Annahme normativer und kausaler Wirkzusammenh?nge rückt die therapeutische Beziehung h?ufig in den Hintergrund.
Lehrende und Lernende in der Physiotherapie stehen daher vor der Aufgabe, sich mit einem sich ver?ndernden Verst?ndnis von Profession und Professionalit?t auseinanderzusetzen. Dazu geh?rt die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen theoretischen Zug?ngen sowie mit Modellen, die Beziehung als konstitutiven Bestandteil therapeutischen Handelns begreifen. Der Wandel hin zu aktiven Therapieans?tzen, das Wissen um psychosoziale Einflussfaktoren (?Yellow Flags“) sowie konkrete kommunikative Methoden wie die Motivierende Gespr?chsführung bieten hierfür sowohl eine Begründung als auch praktische Anknüpfungspunkte.
Workshops
In der Palliativen Logop?die werden Patient*innen und ihre An- und Zugeh?rigen in besonders sensiblen Lebensphasen versorgt und begleitet. Die Kommunikations- und Beziehungsgestaltung dienen hierbei als Bezugsrahmen für Praktiker*innen, da sie zum Verst?ndnis der individuellen Patient*innenperspektive beitragen und eine ganzheitliche Begleitung f?rdern.
Der Workshop richtet sich an Praktiker*innen der Logop?die und Sprachtherapie aus verschiedenen Fachbereichen sowie an Studierende der Logop?die und Sprachtherapie. Im Fokus stehen Prozesse der Kommunikations- und Beziehungsgestaltung in palliativen Therapiesettings, der Stellenwert von Verbindung und m?gliche Auspr?gungen von Beziehungsarbeit in herausfordernden Situationen.
Anhand praxisnaher Fallvignetten arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen an konkreten Fragestellungen. Der Workshop verbindet Theorie und Praxis und l?dt dazu ein, Beziehung als zentrales Element logop?discher Arbeit in palliativen und anderen Therapiesettings bewusster wahrzunehmen und aktiv zu gestalten.
Der Workshop vertieft die im Impulsvortrag am Vormittag der Tagung skizzierten Ergebnisse und l?dt zur reflexiven Auseinandersetzung mit der Frage ein, welche individuellen und strukturellen Bedingungen die Entwicklung einer beziehungsorientierten professionellen Haltung f?rdern. Auf Basis empirischer Befunde zur Wirkung personenorientierter Coachingprozesse in der ergotherapeutischen Ausbildung werden zentrale Wirkfaktoren wie Selbstreflexion, Vertrauensbildung und Rollenkl?rung erfahrungsorientiert bearbeitet.
Neben der Kl?rung der Anforderungen an Lehrende und Lernende werden institutionelle Spannungsfelder (z. B. Workload, Freiwilligkeit, Rollendiffusion) kritisch diskutiert. Ziel ist es, konkrete Transferimpulse für die eigene Ausbildungs-bzw. Lehrpraxis zu entwickeln und professionelle Beziehungsgestaltung als gestaltbares Element von Professionalisierung zu verstehen.
Ein Praktikum gut zu begleiten, ist auf mehreren Ebenen eine Herausforderung, zugleich eine bereichernde Erfahrung. Für wenige Wochen entsteht eine sehr spezielle Beziehung. Die Praxisanleiter*in stellt sich selbst und auch die Patient*innen der Beobachtung durch die Praktikant*in zur Verfügung. Die Praktikant*in darf viel sehen und beobachten, sie soll sich ausprobieren und wird dabei angeleitet und beobachtet. Sie darf Risiken eingehen, Fehler machen. Zugleich sollen die Patient*innen sich wohl und sicher fühlen und ihre Therapie in guter Qualit?t erhalten.
Feedback in alle Richtungen kann den Beteiligten Sicherheit und Transparenz schenken, Lernprozesse f?rdern und aus spontanem Erleben reflektierte Erfahrung machen. Zugleich kann Feedback aber auch leicht als Abwertung, Kr?nkung oder Grenzverletzung erlebt werden.
Unter welchen Voraussetzungen kann ein Feedback konstruktive Wirkungen entfalten? Wie kann Verletzung vorgebeugt werden? Welche innere Haltung erm?glicht das Geben und (An-)Nehmen von f?rderlichem Feedback?
Zu diesen Fragen biete ich in meinem Workshop kurze Theorie-Impulse aus der Transaktionsanalyse und viel Raum zum Ausprobieren und zum Austausch.
Beziehungsgestaltung in der Kindertherapie? Passiert das nicht von ganz alleine? Setzen Sie sich in diesem Workshop mit Ihrer eigenen Vorstellung von gelungener Beziehungsgestaltung in der Kindertherapie auseinander und erweiterten Sie Ihr vorhandenes professionelles Handeln mit Hilfe von Konzepten der Transaktionsanalyse.
Die Transaktionsanalyse geht von einem Menschenbild aus, das sich in einer gleichwertigen Beziehung ?ich bin okay – du bist okay‘ ausdrückt. Okay bedeutet kooperativ, lernf?hig, respektiert und akzeptiert zu sein.
In diesem Workshop lernen Sie mit Hilfe von kurzen Theorieinputs, aktivem Ausprobieren und gemeinsamen Austausch verschiedene, praktisch anwendbare Modelle der Transaktionsanalyse kennen. Die Modelle beleuchten alltagsnah m?gliche Zug?nge zum Therapiekind und dienen u.a. dazu, intuitives Handeln einzuordnen und gezielt einzusetzen.
Leitlinien, Glaubenss?tze, Perspektiven wurden im handelnden Alltag erworben und stehen uns als Erfahrung zur Verfügung. Diese leiten uns an, wie wir mit uns und der Welt umgehen und wie wir uns am besten in ihr bewegen. Die daraus entstandenen Deutungsmuster sind im Prinzip weder gut noch schlecht, sie sind darauf ausgerichtet, eine Situation nutzbringend zu bew?ltigen, ein Angebot anzunehmen oder abzuweisen. Deutungsmuster k?nnen hilfreich im Lernprozess wirken, z.B. bei Selbstunterstützungen, wie: ?ich schaff das“, ?ich hole mir Hilfe“, ?das habe ich schon oft gemeistert“. Sie k?nnen im Lernprozess aber auch bremsend ausgerichtet sein, wenn sie z. B. ?Antreiber“ werden: ?streng Dich an“, ?beeil Dich“, ?mach es allen recht“, ?befolge immer die Regeln“ …
Biografiearbeit schafft die M?glichkeit, pers?nlichen Deutungsmustern n?her zu kommen. In diesem Workshop soll der Fokus auf die Relevanz dieser Ressourcen im Lernprozess sowohl aus Sicht der Lernenden als auch der Lehrenden gelegt werden. Wir n?hern uns dem an über kreative Vorgehensweisen der Biografiearbeit. Die Teilnahme setzt eine stabile pers?nliche Belastbarkeit voraus.
Titel und Beschreibung folgen